Myanmar

Von Thailand nach Myanmar über Land

„Ein Beitrag meiner ersten Weltreise – Mai 2015“

Ich bin froh, dass ich mich für den durchaus langen Landweg nach Myanmar entschieden und nicht den einstündigen Flug von Bangkok nach Yagon (Myanmar) genommen habe, denn der Flug hätte nicht ansatzweise so ein Abenteuer werden können, wie ich es im Endeffekt erleben durfte.

Nachdem ich drei Tage auf mein Visa für Myanmar in Bangkok gewartet habe (für den Grenzübergang über Land, reicht nicht das elektronische Visa aus dem Internet), bin ich mit morgens um 6 Uhr zur Busstation in Bangkok gefahren und habe mir einen Mini Van nach Kachanaburi organisiert.
Nach 2 Stunden Fahrt, habe ich in Kachanaburi den nächsten Mini Van zur Grenze nach Phu Nam Ron auch ca. 2 Stunden genommen. Dort angekommen war ich die einzige westliche Personen, die Menschen von den Verkaufsständen am Rand riefen mir zu:“ Where are you from?“ und waren sehr interessiert.
Lediglich Thailänder standen in einer Schlange vor einem alten Häuschen, an dem sich jeder seine Ausreise in seinen Pass stempeln ließ. Soweit so gut. Auf der anderen Seite hinter dem Häuschen befand ich mich dann im Niemandsland zwischen Thailand und Myanmar. Lediglich ein Restaurant
fand ich dort vor, an dem man auch seine Weiterreise nach Dawei (mein erstes Zeil in Myanmar) buchen konnte. Gesehen – getan. Ich wartete danach 2 Stunden, bis irgendwann ein junger Bursche mit Motobike vor fuhr und mich mit meinem Backpack auf meinem Rücken und meinem kleinen Backpack vor mir, 2 km über nicht – vorhandene Straßen mit tiefen Löchern zur Einwanderungsbehörde transportierte. Es war super heiß und ich musste mich mit aller Kraft am Motorbike festkrallen, dass ich nicht von dem Gewicht meines Backpacks nach hinten runter fallen würde. Wir hielten an einem alten Holzhaus an. Es schien der Ort für die Immigration zu sein. Als ich das Haus betrat, begrüßte mich jeder freundlich und fragte woher ich komme. Ich habe mich sehr wohl gefühlt. In einem Buch wurden meine Daten eingetragen, Computer waren hier nicht vorhanden, dann gab es einen Stempel in meinen Pass und der bürokratische Kram war erledigt. Sehr einfach alles und mit einen besonderen Scharm.

Jetzt musste ich schauen, wie ich weiter kommen würde und zeigte den Herren in der Einwanderungsbehörde mein mit Hand geschriebenes Ticket nach Dawei. Was jetzt passierte war mehr als eigenartig, aber auch ein einmaliges Abenteuer. Es wurde einfach ein vorbeikommender Mini Van angehalten der in Richtung Dawei unterwegs war. Dies sollte also meine Mitfahrgelegenheit sein, da hätte ich auch trampen können und mir das Geld sparen können.😉 Der Van war im hinteren Bereich bis oben hin voll gepackt mit Kram. Mein Platz war also für die nächsten Stunden vorne neben dem Fahrer mit kaum vorhandener Beinfreiheit, da der Sitz soweit nach vorne geschoben war, dass ich fast die Scheibe knutschte. Ich wusste die Fahrt würde 5 Stunden dauern, also eine gut abzusehende Zeit, somit war das für mich kein Problem, hatte schon unbequemere Fahrten erlebt. Das Lenkrad befand sich auf der Rechten Seite, obwohl in Myanmar Rechtsverkehr herrscht. Es ist eins der wenigen Länder in Asien mit Rechtsverkehr und die Autos werden größtenteils aus Asien importiert sind also eigentlich auf Linksverkehr ausgerichtet. Aber die Fahrer hier scheinen dran gewöhnt zu sein. Ich fragte dem Fahrer auf Englisch wie er heißt und stellte mich im gleichen Atemzug auch vor. Naida war sein Name und er war 57 Jahre alt.

Naida – mein Fahrer

Sein Englisch war sehr schlecht, oder besser gesagt nicht vorhanden und die Fahrt wirkte sehr verkrampft. Er war denk ich eher schüchtern und ich wusste nicht was ich sagen sollte, da es das auf Englisch eh nicht verstehen würde. Also drehte Naida seine Musik auf und wir fuhren mit dem Song „Country Road“ über Schotterstraßen irgendwo im Nichts. Ich musste schmunzeln im Inneren, noch 5 Stunden mit lauter Musik auf solchen Straßen und keine Kommunikation – das kann ja lustig werden. Doch es kam anders als gedacht. Nach einiger Zeit hielt der Fahrer am Straßenrand an und kaufte sich von zwei jungen Mädchen in einem Blatt eingepackte Betelnüsse. Ich hatte zuvor von anderen Backpackern davon gehört, die Menschen in Myanmar kauen auf den Betelnüssen herum und produzieren sehr viel roten Speichel, den sie dann um sich herum ausspucken. Die Zähne der Betelnuß-Kauer sind alle sehr schlecht und haben rot braune Stellen, außerdem sind die Straßen voll mit roten Spuckflecken. Diese Betelnüsse sollen auch etwas high machen. Ähnlicher Effekt wie Speed, also ein starker Wachzustand. Nun, mein Fahrer war ab jetzt also auf Droge. Aber ich denke er hatte alles unter Kontrolle und ist darin geübt. Wir fuhren eine lange Zeit durch den Dschungel und nichts anderes war zu sehen.

Dann tat sich eine Schranke auf und Naida sagte in seinem gebrochenen Englisch, dass es Soldaten seinen und die gefährlich sind ich sollte freundlich sein. Schnell brachte er mir noch das Wort Danke auf Birmanisch bei, damit ich es gleich anwenden konnte. Ein Mann mit Maschinengewehr kam zu meinem Fenster und fragte nach meinem Passport, dann verschwand er damit für 10 Minuten, kam wieder und sagte alles ok und ich bedankte mich mit den Worten Chezu Timdare. Wir fuhren weiter, Naida wurde lockerer (was bestimmt auch an den Betelnüssen lag) – begann sogar manchmal bei Liedern mit zu summen und ich tat das selbe, er lachte mich mit seinen roten Zähnen an und versuchte mir etwas über Myanmar zu erzählen, leider konnte ich nicht viel verstehen. Die Landschaft um uns herum war wunderschön, es tat sich ein Berg nach den anderen auf und es war alles strahlend grün. Neben uns ein riesiger Fluss, der jedoch nicht viel Wasser in sich trug, da gerade die Trockenzeit zu Ende war und der Regen erst langsam ins Land einzog. An dem Fluss arbeiteten viele Menschen, Naida erzählte mir, dass die nach Gold suchen würden. Nach drei Stunden, vier weiteren Betelnüssen und zwei Grenzstationen mit Soldaten an denen ich meinen Pass vorzeigen musste, hielten wir fürs Mittagessen an einer kleinen Familien-Straßen-Küche an. Dies sollte mein erstes traditionelles Essen in Myanmar sein und es stellte sich raus, es ist lecker und gar nicht so scharf wie ich es erwartet hatte. Manchmal waren es undefinierbare Dinge die ich aß, aber lecker alle mal. Die Familie aus dem Restaurant stand um mich herum und bestaunte mich. Die Töchter wollten Fotos mit mir machen. Naida erzählte mir, dass die hier sonst nie viele westliche Menschen sehen und dass ist wegen meiner Haut und meinen Zähnen so schön sei. „Klar ich kaue ja auch nicht den ganzen Tag auf Betelnüssen herum“. Als ich bezahlen wollte, wollte niemand das Geld annehmen. Ich wurde von der Familie eingeladen. Ich hatte keine Chance, Naida sagte mir dass die Familie so froh sei, dass ich dort gegessen habe, sie wollen kein Geld von mir. Ich war überwältigt, das ist mir auf Reisen noch nie so passiert. Und ich spürte immer mehr die Gastfreundschaft und Freundlichkeit der Menschen von denen mir Backpacker erzählt hatten, die Myanmar bereits bereist hatten. Wir fuhren weiter durch kleine ärmliche Dörfer in denen manche Menschen nur unter Plastikplanen lebten, wie Zelte. Einige Häuser waren aus Stroh und etwas bessere mit Wellblechdächern. Die Menschen, die mich im Auto sitzen sahen, winkten mir zu und drehten sich nach mir um, oder zeigten mit dem Finger auf mich.
Nach den vorausgesagten 5 Stunden sind wir dann auch in Dawei angekommen. Naida brachte mich zu meinem Hotel und wir verabschiedeten uns.

Zugfahrt durch Myanmar

Am nächsten Tag musste ich meine Weiterreise nach Wagon planen.
Ich hatte mich schon in Bangkok für eine Reise mit dem Zug durch Myanmar entschieden da ich wusste, dass es eine spannende und langsame Reise versprechen sollte. Ich fragte mich auf den Straßen in Dawei durch, um dem Weg Richtung Bahnhof zu finden. Nach dem ich bereits 1,5 Stunden durch die Straßen lief, hielt ein freundlicher älterer Herr auf seinem Motorbike neben mir an und fragte wohin ich gehen würde. Er konnte sehr gut Englisch und sagte mir der Bahnhof sein noch sehr weit, er bot mir an mich mit seinem Motorbike dort hin zu fahren. Ich war darüber sehr dankbar und setzte mich hinten auf seinen Roller. Es war ein Weg auf sehr schlechten Straßen und der Bahnhof schien außerhalb zu sein. Angekommen am Bahnhof wollte ich mir ein Ticket kaufen.

Bahnhof Dawei

Doch dieser war menschenleer, es sah so aus als ob der Bahnhof seit Jahren nicht mehr in Betrieb sei, ein bisschen wie in einem Zombiefilm, alles alt und verrottet. Der nette Herr nahm mich mit zu einem Häuschen, was einige Meter vom Bahnhof entfernt lag. Dort lebte der Bahnhofsaufseher von Dawei mit seiner Familie. Ich wurde direkt ins Haus eingeladen und sollte am Tisch mit seiner Familie platz nehmen. Es wurde für mich eingedeckt und ich bekam Suppe vorgesetzt. Es war das erste Mal in meinem Leben, dass ich eine Suppe mit Hühnerfüßen aß und ich muss sagen, schmeckt gar nicht so schlecht. Die Kinder starrten mich an und alle lächelten. Es war eine sehr angenehme Atmosphäre. Die Kinder und Frauen in Myanmar haben ihre eigene Art sich zu schminken. Mit einem Stück Holz, welches mit Wasser auf einen Stein aufgerieben wird, malen sie sich im Gesicht an. Es soll gut für die Haut sein, vor Sonne schützen und den Alterungsprozess der Haut verlangsamen. Ich fragte, ob ich auch etwas von der cremigen Farbe in meinem Gesicht haben könnte und die Frau des Hauses zusammen mit den Kindern hatten eine Menge Spaß daran mich zu schminken.

Gastfreundschaft genießen

Im Anschluss daran haben wir noch Fotos gemacht und ich bin mit meinen helfenden Freund und dem Bahnhofsverwalter zurück zum Bahnhof gegangen. Ich kaufte mir mein Ticket von Dawei nach Yagon. Der Chef vom Bahnhof erklärte mir alles bis ins Detail. Die Fahrt würde 25 Stunden dauern, da die Züge in Myanmar sehr alt und langsam sind, in Ya müsste ich umsteigen und ich bekam einen Fensterplatz, damit ich mir die Landschaft anschauen kann. Am nächsten Morgen um 5:45 Uhr sollte es los gehen. Mein Name wurde in ein Buch eingetragen und ich bekam ein handgeschriebenes Ticket. Der Herr vom Bahnhof bedankte sich einige Male dafür, dass ich mit der Eisenbahn in Myanmar reisen würde, er schien sehr glücklich darüber.

Auf dem Rückweg vom Bahnhof zu meinem Hotel begann es stark zu regnen und der freundliche Herr, gab mit einen Baustellenhelm zum Schutz vor dem Regen und fragte mich ob wir in seinem Haus, welches auf dem Weg liege, den Regen abwarten sollten. Ich war damit mehr als einverstanden, denn so hatte ich die Chance eine weitere Familie aus Myanmar kennen zu lernen. In seinem Haus leben vier Generationen, seine Mutter, er mit seiner Frau und sein Sohn mit Freundin und Tochter. Ich wurde zum Tee eingeladen und wir unterhielten uns über Myanmar und über Deutschland. Nachdem auch hier wieder Fotos gemacht wurden und der Regen aufgehört hatte, brachte mich der nette Herr (dessen Namen ich leider nie erfahren habe) zu meinem Hotel.

Am nächsten Morgen war ich 30 Minuten vor Abfahrt des Zuges am Bahnhof und überraschender Weise, war dieser gar nicht mehr so tot wie am Tag zuvor. Eine Frau verkaufte Kaffee und Frühstück und viele Männer saßen auf winzigen Plastikstühlen, rauchten, aßen Betelnüsse und frühstücken. Andere beluden den bereits eingetroffenen Zug mit riesigen Kisten die sie über Bretter in die Wagons stemmten.

warten am Bahnhof bei Tee und Gesellschaft
mein Zug für die nächsten Stunden

 

 

 

 

 

 

 

Am Bahnhof waren nur Einheimische, Touristen hatte ich seit dem Grenzübergang eh nicht gesehen – doch gerade das gefällt mir richtig gut. Ich unterhielt mich mit den Bahnhofswärter und genoss den Sonnenaufgang. Kurz vor Abfahrt wurde ich zu meinem Sitz begleitet und habe die Menschen um mich herum begrüßt. Dann ging es los, der Zug rappelte einmal mit Ruck nach vorne und hupte mehrmals sehr laut.

Treiben im Zug

Wir kamen auf ca. 30 km/h und der Zug wackelte hin und her. Schlafen schien unmöglich, aber auch weil sich eine großartige Landschaft um mich herum auftat. Ich staunte nur so aus dem Fenster und verfolgte die Sonne die langsam den Tag einleuchtete. Es war ein ständiger Lärm im Zug. Dum du dum du dum…. mit einem Zug in Deutschland nicht ansatzweise zu vergleichen. Eher ein Zug aus den 50ger Jahren. Alle Fenster und Türen waren offen, die Menschen hängten sich aus den Türen und wir hielten an einer Menge kleinen Bahnhöfen an. Menschen sprangen raus und halfen beim beladen, Kinder (3-10 Jahre alt) liefen durch den Zug, sowie an den Fenstern vorbei und verkauften Essen und Getränke. Nach einiger Zeit hatten wir die Höchstgeschwindigkeit von 40 km/h erreicht und wir fuhren durch den tiefsten Dschungel, das Gestrüpp von draußen streifte die offenen Fenster, sodass alle die einen Fensterplatz hatten in Deckung gehen mussten, ansonsten gab es eine gewischt.

Gelegentlich wackelte der Zug so stark, dass ich dachte wir würden entgleisen, aber da die Einheimischen ruhig blieben, schien das normal zu sein und ich beruhigte mich. Der Gang zur Toilette, welche ein Loch im Boden war, wurde zu einem Abenteuer. Ich wackelte von rechts nach links und die Menschen um mich herum hielten mich fest. Wie ich dann auf der Toilette klar kam, will ich euch gar nicht erst erzählen. Nach sieben Stunden stoppten wir für eine längere Zeit in einem Dorf und eine Frau aus meinem Wagon fragte mich, ob ich mit ihr essen gehen möchte. Sie konnte kein Englisch aber wir verstanden uns auch so. Wir aßen eine Suppe in einer kleinen Hütte einer netten Familie an den Bahngleisen. Ich wollte bezahlen doch die nette Dame wollte mich unbedingt einladen. Zurück im Zug stiegen zwei Polizisten mit riesigen Maschinengewehren zu uns ein. Ich hoffte die Gewähre sind entsichert, nicht dass sich bei der wackeligen Fahrt der Abzug löst. Fünf Stationen weiter verließen die beiden dann wieder unseren Wagon und stiegen aus, bei der Abfahrt winkten wir uns noch zu. Kurz bevor wir umsteigen mussten und mich die Menschen um mich herum darauf aufmerksam machten, brauchte ich meinen Müll in eine Art Mülleimer, der jedoch leer war…

Mönche neben Männer mit Maschinengewehren

Ein Mann beobachtete mich dabei und ging im Anschluss zum Mülleimer, schaute hinein und lachte sich kaputt. Er erzählte den anderen im Zug, dass ich meinen Müll dort hinein geworfen habe und sagte zu mir ich solle zuschauen wie das geht. Er nahm eine leere Dose Cola und schmiss diese aus dem Fenster in die Natur. Ich sagte zu ihm, dass das nicht gut sei und wir in Deutschland keinen Müll einfach wegwerfen würden. Doch in Myanmar machte es jeder sogar der Mönch der mit im Wagen saß, warf sein Müll ständig aus dem Fenster. Ich beobachtete das schon eine ganze Weile und wollte einfach ein Vorbild sein. Vielleicht kommt es dann ja auch bald in Myanmar an.

An einem größeren Bahnhof stiegen wir um. Es war ein riesiger Trubel dort und ich musste meinen Wagon finden, was sich etwas schwierig erwies da die birmanische Schrift nur aus Kreisen besteht, die sich in unterschiedliche Richtungen öffneten. Aber mit fragen klappte das schließlich. Überall liefen Ziegen und Hunde am Bahnhof herum und suchten nach Essensresten. Kinder verkauften Lebensmittel und Getränke und die Menschen beluden den Zug. Es war ein großes Durcheinander, alle drängelten sich durch zu ihren Wagon. Ich fand mein Platz und die Leute um mich herum starrten und lächelten mich alle an. Einige machten heimlich Bilder von mir. Dieser Zug war um einiges größer als der zuvor. Die Fahrt ging los mit einem heftigen Ruck und ich schaute mir die Landschaft durchs Fenster an. Die Sitze waren sehr hart und ich hatte wenig Platz. In diesem Zug würde ich meine Nacht verbringen, mir war jetzt schon klar, es würde keine erholsame Nacht werden. Ich organisierte mir mein Abendessen, von den Frauen die durch den Zug liefen. Es stellte sich als eine schwierige, wackelige Herausforderung heraus in einem Zug in Myanmar zu essen. Nach und Nach versuchten immer mehr Menschen um mich herum Kontakt mit mir aufzunehmen. Alle sprachen allerdings nur auf birmanisch.

Ich bekam von einer Frau eine Blume ins Haar gesteckt, ein Kind kam von ganz hinten aus dem Zug zu mir und schenkte mir ein gekochtes Ei, ein Mann der mich die ganze Zeit beobachte, fragte ob er mich fotografieren dürfte, eine Familie schenkte mir Früchte und so ging das immer weiter. Nein sagen konnte ich nicht, ich wusste das würde die Menschen kränken. Bevor ich entschied zu schlafen, bin ich mit meiner Zahnbürste zur Toilette und habe meine Zähne geputzt und mich gewaschen. Als ich wiederkam, zeigten mir die Menschen ihren Daumen hoch und lachten mich mit ihren vergammelten Zähnen an. Eine sehr abstruse, bezeichnende Situation. Mittlerweile war es dunkel und der Zug war voll mit Insekten die durch die offenen Fenster zum Licht herein kamen. Immer wieder hatte ich dicke Käfer in meinem Haar und musste diese raus schütteln, ich deckte mich mit meinem Schal über den Kopf ab und versuchte zu schlafen. Da ich total erschöpft war schaffte ich es tatsächlich ein/zwei Stündchen einzuschlafen. Bis ich vom heftigen auf und ab wackeln des Zuges aufschreckte. Der Zug hatte stark an Geschwindigkeit zugenommen und mein Wagon begann so heftig zu wackeln, dass alle Menschen gleichzeitig nen halben Meter vom Sitz hoch und runter geschleudert wurden, es war wie eine verrückte Karussellfahrt und die Menschen begannen zu lachen. Für fünf Minuten war es auch amüsant, doch als klar wurde es würde so eine ganze Weile weitergehen, erlöschte auch die Freude daran. Es war mitten in der Nacht und schlafen wurde unmöglich,die Kinder weinten und alle versuchten sich am Sitz festzuhalten. Morgen um 5 Uhr begannen die Menschen ihre Sachen zusammen zu packen und machten sich frisch. Wir würden bald ankommen, ich war nach 25 Stunden Zugfahrt darüber sehr erfreut und hatte nur mein Hotelzimmer im Kopf.

Am Bahnhof war ein starkes Gedrängel und ich besorgte mir schnell ein Taxi zu meinem Hotel. Angekommen in meinem Zimmer bin ich erstmal in ein tiefen, erholsamen Schlaf gefallen.

War das eine aufregende Reise. Bisher mein spektakulärstes Erlebnis.

Myanmar ist ein wundervolles Land.

Bilder zu Myanmar

 

 

 

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